#41 frytz: Kinotour, Umgang mit ME/CFS und virale Hits
Shownotes
frytz gehört zu den spannendsten Newcomern der deutschen Indie-Pop-Szene. Hinter dem Künstlernamen steckt Jonas Hipper aus Biberach, der lange als Produzent für andere Künstler gearbeitet hat, bevor er selbst ins Rampenlicht getreten ist. Mit seinen ehrlichen Songs, seinem modernen Sound und einer unverwechselbaren Stimme hat er sich innerhalb kürzester Zeit eine große Fangemeinde aufgebaut.
Bei „delta backstage“ spricht frytz über seinen ungewöhnlichen Weg vom Produzenten zum Künstler und darüber, wie sich sein Leben verändert hat, als seine Social-Media-Kanäle quasi über Nacht explodiert sind und zehntausende neue Follower dazugekommen sind. Ein wichtiges Thema ist auch die Erkrankung seines Bruders an ME/CFS. frytz berichtet, wie die Krankheit seine Familie beeinflusst und warum es ihm wichtig ist, auf die Situation von Betroffenen aufmerksam zu machen. Ein Gespräch über plötzlichen Erfolg, Familie und die Geschichten hinter den Songs.
Foto: Johannes Klingelhofer
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00:00:02:
00:00:04: Es ist Freitag, es gibt eine neue Podcast-Folge und ich freue mich sehr das Fritz am Start des Hallo.
00:00:09: Was geht ab?
00:00:10: Hallo hier ist Fritz!
00:00:12: Ja wir sehen uns gerade über Video beziehungsweise... Ich habe gerade schon im Vorgespräch dein Cozy Hintergrund gelobt.
00:00:19: du sitzt eigentlich aber im Keller ne?
00:00:20: Ja es sieht aus wie ein so einen Hintergrund den man bei Teams anstellt.
00:00:24: Das ist ein ultra cooles Studio nur dass es kein Hintergrund ist sondern das richtige Studio.
00:00:29: Ich sitze im Keller in Köln, in meinem Studio.
00:00:33: Ja, Kölnn schon immer deine Wunschheimat gewesen oder eher so wegen des Businesses geworden?
00:00:40: Naja ich komme aus Süddeutschland und war dann so als ich überlegt habe was ich mit meinem Leben anfangen will vor der Entscheidung ja Musik irgendwie professionell zu machen und davon leben zu können.
00:00:55: Da hat mein Bruder mich so ein bisschen nach Köln gelotzt, weil der hier auch schon studiert hat.
00:01:01: Und das ist jetzt nicht die naheliegendste Stadt wenn man da aus dem Süden kommt aber ich bin sehr froh und dankbar hier jetzt seit zehn Jahren schon zu wohnen und zu arbeiten.
00:01:09: Gibt es trotzdem so ein paar Dinge die du aus im Süden vermisst?
00:01:11: Und eigentlich gerne mal nach Kologne adaptieren würdest?
00:01:15: Ja safe auf jeden Fall!
00:01:16: Die Natur, die Landschaft... So dass Hügel lege und auch die Berge die dann da am Anschluss kommen, das vermisse ich hier wirklich sehr, weil es ist.
00:01:26: Wenn man hier so rausfährt nicht direkt zu schön wie dort,
00:01:31: aber
00:01:32: hat natürlich andere Qualitäten hier die.
00:01:34: ich war jetzt am Wochenende in Konstanz auf dem Festival und da ist uns auf jeden Fall wieder aufgefallen, wie diese schwäbische Mentalität dann doch immer wieder rauskommt in so Sachen wie.
00:01:45: also mal hat sie das?
00:01:48: Und ein bisschen nicht so schön offen und freundlich wir jetzt hier im Köln zum Beispiel.
00:01:55: Eigentlich hast du ja die Musikkarriere ein bisschen anders angefangen.
00:01:59: Heutzutage ist es so, dass viele dann erstmal die Snippezucht laden bei TikTok und erst mal gucken was passiert.
00:02:05: Bei dir war das etwas anders?
00:02:07: Auf jeden Fall als ich Musik angefangen habe gab's noch keinen TikTok oder Instagram glaube ich zumindest.
00:02:15: Als ganz kleiner Junge mit vier habe ich angefangen Schlagzeug zu spielen weil meine Mutter irgendwie gesehen hat, dass ich gerne auf Sachen rumklopfe und dann hatte sie so eine eigene Notenschrift erfunden damit ich in der musikalischen Früherziehung irgendwie sowas zu tun hatte weil ich irgendwie nicht flöte spielen wollte oder singen wollte sondern halt rum klopfen und trommeln.
00:02:37: Und dann hat sich das immer ab höheabhöhe gesteigert und da bin ich in die Band meines Bruders eingestiegen und hab da Schlagzeug gespielt Genau, dann ging es immer weiter und dann wusste ich, das macht mir am meisten Spaß.
00:02:52: Das kann nicht am besten!
00:02:54: Ich würde jetzt ungern etwas anderes studieren, was anderes machen und habe das dann weitergemacht.
00:03:02: Und dann aber auch gar nicht so groß für andere oder für mich selber produziert sondern eher so Chingles gemacht und Werbung gemacht.
00:03:10: Dann kam irgendwann der Umschwung zu Fritz.
00:03:14: Da hätte er eigentlich fast Radiomoderator werden können?
00:03:17: Wir haben ja auch immer mit den Jingles und so zu tun.
00:03:20: Ja, voll!
00:03:20: Ich habe in Stuttgart für ein Studio gearbeitet die viel amerikanisches Radio gemacht hat.
00:03:27: und diese Bumper und Ramps und ich weiß alles nicht mehr.
00:03:31: genau das da kennst du dich besser aus?
00:03:34: Was es da nicht alles gibt würdest du sagen dass... Wenn du jetzt so ein bisschen zurückblickst, du als Kind quasi schon immer wusstest das du irgendwann was mit Musik machen wirst?
00:03:44: Glaube schon.
00:03:45: Also ich kann mich voll gut daran erinnern an mein Mindset so mit mit achtzehnt oder so dass sich gesagt habe Ich will was mit musik machen aber ich muss nicht unbedingt im Vordergrund stehen.
00:03:56: also mir würde es reichen wenn ich eher und das heißt mir wird es reichend.
00:03:59: ich fands eher interessanter So hinter den Kulissen zu sein und eher zu produzieren oder Schlagzeug zu spielen Und ich musste jetzt nicht so Mit meinem Gesicht vorne Frontman sein.
00:04:10: Ich wollte gerade sagen, woher kam dann das Switch?
00:04:13: Ja, das ist eine gute Frage und ich glaube es hat so vor drei oder vier Jahren angefangen als ich von diesem Gebrauchsmusik- und Werbemusik und so ein bisschen genug hatte und immer mehr mit anderen Artists zusammengearbeitet habe für etwa deren Projekte mit Blade und Carlo und verschiedene anderen.
00:04:38: Und dann gemerkt habe, wie gut das funktioniert hat und funktioniert und dann kamen einige sehr nice Songs irgendwie dabei raus.
00:04:47: und irgendwann ist das Bedürfnis so gewachsen und auch der Herr Vatwaschei viel mit meiner persönlichen Entwicklung zu tun, dass ich gemerkt hab, dass sich auch Dinge zu sagen habt, dass Ich Dinge aus meiner Perspektive gerne irgendwie wiedergeben würde und es mir nicht mehr reicht, nur die Musik zu machen.
00:05:07: Ich hatte das Gefühl ich könnte auch probieren mich zu öffnen und zu gucken was da passiert aber da hat's noch einen gewissen Push gebraucht von außen.
00:05:16: also das kam dann erst als mein jetziger Manager so ein bisschen das Potenzial in meiner Stimme gesehen hat weil ich früher nie gedacht hätte ich musste erstmal Hochdeutsch reden so das war das erste Ding des Üben Und hätte nie gedacht, dass ich auf Deutsch irgendwie mal singen werde weil ich nie gesogen habe.
00:05:32: Ich hab dann so zufällig über einen Skizze gesogen und daraus ist da nur der erste Song entstanden und dann kam so viel positives Feedback.
00:05:42: das will jetzt auch nicht so verleugnen, dass es nicht so ist, dass dieser Zuspruch von außen ein sehr bestärkt und man denkt ja stimmt ey ihr habt ja recht!
00:05:51: Das ist schon geil weil ich bin manchmal selber nicht so dass ich direkt so mega überzeugt bin von dem was Abhängig bin von der Meinung anderer und das ist aber auch so ein Thema, die Musik behandelt.
00:06:03: Dass ich mich dafür suche, frei zu machen.
00:06:05: Und ja es ist auf jeden Fall immer wieder aufregend und ein ständiges Arbeiten an einem selber.
00:06:12: Ja und seit dieser Entscheidung dass du jetzt quasi dein eigenes Projekt bist sage ich immer so ging's ja auch gut steil aufwärts ne?
00:06:19: Ja auf jeden fall also direkt mit den ersten zwei drei Songs angefangen.
00:06:24: Ich hatte Glück Ich hab Glück, dass ich ein super Kollegen habe.
00:06:27: Jonas Bombach schaut out an dieser Stelle.
00:06:29: der macht mit mir die ganzen Instagram Social Media Sachen und Bilder und Videos Und da haben wir irgendwie das dritte oder vierte Video was wir hochgeladen haben auf Instagram.
00:06:40: Da fährt er mich zum Lastenrad durch Köln.
00:06:44: Wenn ich das jetzt irgendwelchen Leuten zeigten alle haben das irgendwie gesehen.
00:06:47: Ich hab noch nie das hier mal gezeigt.
00:06:48: wer es noch nicht gesehen hat oder die Das hat jetzt irgendwie so forty fünf Millionen Fuse mittlerweile und da hatte ich dann so innerhalb von das Projekt hat, muss ich dir vorstellen.
00:06:59: Das Projekt hat gerade angefangen.
00:07:00: Ich habe so zwei tausend Follower vielleicht auf Instagram, hauptsächlich Leute die ich so kenne, Friends oder so.
00:07:07: Also ich hab jetzt nicht zwei Tausend Friends erwartet.
00:07:08: Ja, ich
00:07:09: weiß wie du meinst!
00:07:11: Und dann innerhalb von zwei Tagen kommen nach vierzigtausendFollower dazu und du hast das Gefühl, what the fuck crazy?
00:07:18: Weil diese Zahl also klar sind Leute Das interessieren sich jetzt nicht direkt für mich als Person und für meinen Schaffen so, aber die fand das Video witzig.
00:07:28: Und diese Zahl, die dann da steht hat natürlich schon eine Strahlkraft für irgendwelche Manager A&Rs, Labels und so, die auch alle an kamen usw.
00:07:40: Also ja, das ging auf jeden Fall nicht schnell steil dar.
00:07:44: Kommt man noch hinterher?
00:07:45: Also ich stelle mir das so vor, ich meine ganz ehrlich ihr habt ja wahrscheinlich euch nicht so viel dabei gedacht.
00:07:49: So wie dass er dann nun mal auch ein bisschen ist mit Social Media.
00:07:52: und dann wachst du auf?
00:07:53: Und siehst du auf einmal oh!
00:07:54: Aus zwei tausend sind vierzig Tausende geworden.
00:07:56: Ja voll also wir haben schon so'n bisschen drauf angelegt und mein Kollege weiß da auch so'nn bisschen oder jetzt ist es so'nt bisschen offensichtlich geworden.
00:08:05: aber wenn man sich gecheckt, dass man so eine Hook am Anfang braucht irgendwas was die Leute so ins Boot holt und was sie interessiert und das haben wir schon so ein bisschen geplant aber dass es so aufgeht haben wir natürlich gewusst und dann habe ich auch gecheckt, dass diese Anzeige bei Instagram nur bis hundert geht immer.
00:08:21: Also hundert Likes, hundert Followern, hunderte Kommentare, das ist das Maximal.
00:08:24: Maximale wenn du aktualisierst und dann hab' ich halt aktualisiert und es war alles auf hundert und nochmal aktualiziert wieder alles auf Hundert also... Das war schon krass!
00:08:32: Und jetzt wenn ich darüber nachdenke natürlich auch irgendwie ein bisschen toxisch so und irgendwie ja nicht zu ganz natürlich sondern halt so auf einmal weil sich so krass verbreitet.
00:08:42: aber Ja, ich hab's erst mal dankend angenommen auf jeden Fall.
00:08:46: Ich wollte grad sagen, weil seitdem warste ja auf jeden fall auch schon auf einigen Festivals am Start, hast du schon eigene Touren gespielt?
00:08:52: Jetzt hast Du eine Tour auch noch für dieses Jahr angekündigt.
00:08:56: Wo siehst Du Dich denn noch nächstes Jahr?
00:08:59: Boah!
00:09:00: Gute Frage!
00:09:02: Ja also genau, ich habe natürlich sehr viel Musik gemacht dann seitdem es angefangen hat Und hat ja auch das Gefühl, ich hatte so ein paar Themen die so unter meiner Haut lagen.
00:09:14: Also diese erste IP hieß auch unter meine Haut mit den ersten beiden und deswegen hat sich dann schon relativ viel Musik auch angesammelt, die auch wenn man so schnell drüber hört irgendwie Spaß machen können und cool sind.
00:09:29: Wenn man so unter der Oberfläche guckt ist es schon sehr persönlich sind und so reflektiert zumindest soweit dass ich halt reflektieren kann.
00:09:38: Dann haben wir die erste Tour gemacht, die war super spontan.
00:09:43: Vier Schaus nur und dann ein Jahr später eine Tour mit sechzehn Schaus in Deutschland, Österreich, Schweiz und Niederlande.
00:09:51: Das war irgendwie auch crazy dass die Niederlands so ein bisschen dazu kamen weil da irgendwie auch Interesse gewachsen ist.
00:09:58: Ende dieses Jahres ist dann die dritte Tour, wie du gerade schon meintest.
00:10:02: Ich freue mich auf jeden Fall schon drauf und davor jetzt noch die ganzen Festivals.
00:10:06: Das ist ja auch immer im Sommer so... Und wo ich mich nächstes Jahr sehe, sorry dass ich es soweit ausgeholt habe.
00:10:12: Ja schwierige Frage!
00:10:13: Ich würde gerne das ähnliche oder gleiche machen wie letztes Jahr und dieses Jahr nur es vielleicht noch ein bisschen mehr genießen ja in so einen gesunden Lifestyle irgendwie umwandeln, weil gerade es ist schon auch viel mit Stress verbunden und viel mit Performance-Druck.
00:10:32: Und viel mit Content machen und irgendwie am Start bleiben usw.
00:10:38: Ich versuche da eine gewisse Ruhe bei mir zu finden wo ich sage ey ich mache das was ich mach und weiß ich kann das gut und ich brauche das nicht für jemand anders machen sondern ich mache dass ein erster Linie für mich und für meine Leute und dass wir eine gute Zeit haben Und dann auf Festivals zu fahren und da irgendwie noch einen Tag dran zu hängen, um am Bodensee zu chillen wie jetzt am Wochenende.
00:10:57: Das ist so eigentlich das Wichtigste was ich wirklich anstrebe und gleichzeitig will ich natürlich auch ein bisschen wachsen bis in die Welt für mich erobern.
00:11:07: aber auf Loki
00:11:09: Ja ich glaube dass Dinges halt ganz oft vergessen wird dass es halt einfach dein Job ist und dass du nicht nur das ich sag jetzt mal überspitzt das Produkt Fritz bist Sondern dass das da jeden Tag so viel Arbeit ist, wie du gerade schon angerissen hast mit dem Content.
00:11:23: Es ist ja auch für den Kopf total viel und die Leute sehen nachher immer nur das Endprodukt okay er spielt jetzt ein Festival.
00:11:28: Er bringt jetzt Dinge raus, er bringt eine IP raus.
00:11:31: Für dich ist es ja viel anstrengender und mehr Arbeit als es nach außen nachher scheint auf einen ersten Blick.
00:11:38: Ja voll, also... Das ist auch so'n bisschen das... Das Schwierige, dass man irgendwie seinen ganzen Alltag und sein... Man kennt es ja auch so als Social Media User schon.
00:11:49: Wenn man so seinen Alltag so ein bisschen kommerzialisiert oder instrumentalisiert und immer immer so einen Filter im Kopf hat, ah das kann eine geile Situation.
00:11:56: ich bin irgendwie euphorisch.
00:11:57: Ich muss jetzt festhalten damit andere auch was davon haben.
00:12:00: Und wenn man das nicht nur privat macht sondern auf beruflicher Ebene und ist wirklich verkommerzialisiert Musst du schon aufpassen, dass wir nicht sein ganzes Leben irgendwie dann da so verkommmercialisiert.
00:12:12: Andererseits, wenn man in so einem Flow ist und es irgendwie läuft und man gerade Spaß hat.
00:12:15: Dann kann's auch voll easy sein, das nach außen zu tragen oder so.
00:12:20: Ich wollte grad sagen, soweit es läuft, ist es easy.
00:12:24: Soweit die Zweifel kommen, denkt man sich so, sollte ich nicht doch vielleicht was anderes machen?
00:12:29: Voll ja!
00:12:30: Ich habe aber letztens so ein Podcast gehört Willst nicht sagen mit wem, aber der Arthus meinte auch ja ich bin gerade so happy.
00:12:36: Ich bin zufrieden.
00:12:37: Es läuft alles so geil.
00:12:38: Ich ruhe voll in mir und so und am Ende sagt er sich Ja ist halt das Album einfach auf Platz eins so.
00:12:45: Dann denke ich mir auch gut wenn mein Album auf Platz Eins wäre dann würde ich auch sagen Alles super, alles geil Aber was dann davor oder danach noch alles so mittran hängt Das vergisst man manchmal Oder kommt nicht so zum Tragen irgendwie nach außen.
00:13:00: Ja, Checker.
00:13:01: Jetzt vor allem nächste Woche steht dir auch noch ein schönes Event an.
00:13:04: Montag also am achten falls ihr das gerade hört und falls ihr zuverlierst Berlin kommt könnt ihr auf jeden Fall auch fritz einfach mal mit einer Tüte Popcorn erleben.
00:13:16: Wäre da weniger?
00:13:16: Wobei, wobei da musste ich leider korrigieren... Das ist in Köln.
00:13:19: Also wenn
00:13:20: wir
00:13:20: aus Berlin kommen, dann müsste
00:13:21: er natürlich auch kommen.
00:13:25: Wir haben auf jeden fall hätten theoretisch auch Bock es in berlin auch noch zu zeigen aber jetzt Testen wir das erstmal in Köln quasi.
00:13:33: Genau, ich bin gespannt!
00:13:35: Wie kam es auf die Idee einfach mal, die Kameramit laufen zu lassen?
00:13:39: Ja also der Jonas Bomber ist halt immer mit dabei so den ich vorher schon angesprochen habe und er ist eigentlich Filmemacher und hat schon viele Dokus- und Spielfilme gedreht und das ist eigentlich so sein Ding.
00:13:51: Und bei der Tour ist es glaube ich normal dass man so ein bisschen Kamera mitlaufen lässt und eigentlich war der Plan so eine Tourdokur einfach zu machen.
00:13:58: Hey, wir sind jetzt in dieser Stadt.
00:14:00: Geil!
00:14:00: Wir machen das.
00:14:02: Life ist super und so
00:14:03: mäßig.".
00:14:04: Und dann hat sich aber das ein bisschen verändert und es ist ein bisschen was anderes geworden und hatte auch viel mehr Zeit gebraucht, es fertigzustellen da mein Bruder erkrankt ist an der ME-CFS.
00:14:20: Genau während ich meinen... Mein Traum so gelebt hat mit Tour und Leute singen meine Songs mit.
00:14:27: Und es habe ich die beste Zeit, so lag mein Bruder, liegt mein Bruder zu Hause auf dem Sofa und kann nicht rausgehen und ist halt super am Struggle.
00:14:37: Das hat mich natürlich sehr mitgenommen auf privater und persönlicher Ebene.
00:14:43: Da reden wir auch vor der Kamera so drüber weil ich die Kamera mittlerweile eh schon ausgeblendet hab wenn sie der Bombe in der Hand hält.
00:14:51: Und dann haben wir danach so beim Schneiden und bei dem Durchgucken von den Sechzig Stunden Material, die er aufgenommen hat gecheckt.
00:14:59: Dass eigentlich immer wenn man das Thema anschneidet, ist es viel wichtiger als alles andere.
00:15:05: Wir haben das erste gemischt oder ist jetzt auch eine Mischung aus Tourleben und diesem privaten Leben?
00:15:12: Das hat sich immer wieder in den Vordergrund gespielt weil wir gecheckten haben dass das Inhaltsvolle und das Wichtige irgendwie.
00:15:18: Und deswegen ist es jetzt eine Doku geworden, die geht zu vierzig Minuten, keine Sechzehstunden, die gerade diese Zerrissenheit ja reflektiert wie es eigentlich so die geile Zeit zu haben mit seinen Kumpels unterwegs zu sein.
00:15:33: uns wissen dass der Bruder mit dem man früher in einer Band gespielt hat Der auch diesen Jugendraum hatte nicht mit dabei sein kann und halt auch noch wirklich so ne richtig schlimme Zeit durchlebt anderthalb Jahren.
00:15:48: Und ja, es wird peu a peu besser und das ist leider halt so dass die Forschung da nicht weit ist und dann nicht viel Entwicklung betrieben wird oder es sehr langsam geht aber halt super viele Leute betroffen sind.
00:16:04: und genau also es wird so langsam besser.
00:16:07: und ja das Thema hat auf jeden Fall auch so ein Zug in meine Songs gefunden und beschäftigt mich.
00:16:15: Ich komme da nicht drum herum und behandle das dann eben auch in meinen Songs, sondern in meinem Schaffen irgendwie.
00:16:23: Deswegen kommt die Doku raus und wir zeigen sie jetzt als Kinopremier oder als Filmpremiere im Kino in Köln.
00:16:31: Und ich hoffe einfach so ein bisschen dass man damit diese Krankheit mehr auf dem Schirm hat und checkt was es so bedeutet.
00:16:40: Ja, ich habe gerade das Gefühl dass auch also Gott sei Dank die Awareness dafür immer größer wird und immer mehr Leute darüber sprechen.
00:16:49: Und die Sichtbarkeit für diese Erkrankung gerade Gott sei dank bisschen zunimmt.
00:16:54: deswegen umso toller dass auch du über diese Geschichte redest und über das Thema was ja wirklich ein schweres ist?
00:16:59: Ja auf jeden Fall genau das ist einfach.
00:17:02: ich hab das Gefühl ich komme dann nicht drum rum.
00:17:04: wenn ich es nicht machen würde würde ich mir falsch komisch vorkommen beim nächsten Album zehn Partybängern machen und das im Hinterkopf haben, deswegen.
00:17:14: Ja,
00:17:14: ja.
00:17:15: Valide!
00:17:16: Wenn du dich jetzt am Ende des Jahres siehst was sind so drei Sachen die du auf jeden Fall von deiner Liste gestrichen haben möchtest?
00:17:25: Eine Sache ist glaube ich das mit dem Film, mit der Doku.
00:17:29: Das ist sowas wo ich happy bin und irgendwie außerhalb meiner Komfortzone von der Musik liegt und was persönliches ist filmisch ist, wo ich überhaupt keine Erfahrung hab.
00:17:40: und wenn das irgendwie gut läuft dann bin ich da auf jeden Fall happy oder ich bin jetzt schon happy dass wir es gemacht haben.
00:17:46: Das wäre so das eine was mir sonst halt wie vorher schon angesprochen ist wie vorhin angesprochen habe wichtig ist dieses Zeitteilen mit Freunden und Freundinnen, dass man einfach nicht nur an den nächsten Tag und an die Karriere und an das was noch kommt denkt und irgendwo hin arbeitet sondern jetzt im Moment einfach das Genießen sagt ey guck mal eigentlich geht es uns so gut, wir können das so wertschätzen und einfach diese zwischen den offiziellen Erfolgen diese Zeit zu nutzen.
00:18:19: Das wäre das andere.
00:18:20: Und die Nummer drei?
00:18:23: Ich glaube also wir arbeiten jetzt schon seit kurz vor Weihnachten, gab's den Vorverkauf für die Tour und wir arbeiten ja jetzt schon das ganze Jahr ein bisschen auf der Tour hin und wenn die Tour läuft und dann abgeschlossen ist Dann bin ich auf jeden Fall happy und es ist auch so ein großer Checkpunkt auf der Liste, die mein Ja und so prägen wird.
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